Illustration

Kunstwerk

Kunst von Walter Zepf

Kunst von Franziska Pate-Gies

Kunst von Elfi Frauendorf

Kunst von Jörg Seemann

 

 

Fastentuch: Erde und Himmel

 

 

 

Nahansicht Erde und Himmel

 

Zwischen Himmel und Erde

Passt kein Blatt
Der Himmel die Erde entlässt
Die Erde den Himmel ergreift

Zwischen Himmel und Erde

Nicht Niemandsland
Nicht Raum und Zeit
Kein Spalt, nicht Tor

Zwischen Himmel und Erde

Himmel dehnt und wölbt
Erde kreist und sehnt
Liebe und Geist derzeit verreist

Zwischen Himmel und Erde

Verhüllen Fäden das Land
Ranken Wurzeln ins Gestirn
Hat Himmel sich Erde vermählt

Ausstellung Eva Bur am Orde

Eva Bur am Orde: Zwischen Himmel und Erde

Ausstellung bis 13.04.2009
in der Kirche St. Peter und Paul

Begleitausstellung im Gemeindehaus St. Maria
 
Öffnungszeiten:
Pfarrkirche St. Peter und Paul in Dürbheim:
täglich von 8:00 Uhr bis 19:00 Uhr
Gemeindehaus St. Maria: 
Di.und Do. 17:00 - 19:00 Uhr
So. 14:00 - 17.00 Uhr
und nach Vereinbarung

Finissage: Ostermontag um 17 Uhr

Ausstellungsort:
Gemeindehaus St. Maria
Schillerstr. 24
78589 Dürbheim
Tel. 07424-504461
Fax 07424-504463  
 

Auch heuer verhüllt ein Fastenhungertuch einer Künstlerin den barocken Hochaltar unserer Pfarrkirche St. Peter und Paul in Dürbheim. Die Künstlerin Eva Bur am Orde nennt dieses Tuch „Zwischen Himmel und Erde." Wie ein Perlenvorhang verhüllt dieses insgesamt 10m lange Tuch den Barockaltar der Kirche. Die beidseitig bemalten Leinwandstränge symbolisieren im oberen Teil den Himmel und vor ihm die Erde - symbolisiert durch den großen Kreis, die Erdeachse oder das sie umgreifende Kreuz, die vier Elemente und im unteren Teil die Erde. Die Doppelstränge der Erde hängen in den Schlaufen des Himmels. Zu den Gottesdiensten wird das Tuch wie ein Vorhang geöffnet und Priester, Diakon oder Kommunionhelfer treten hinein in den „Intimraum" des Allerheiligsten, des Mysteriums.

Hungertuch:
Der Stoff, an dem man sprichwörtlich nagt, entstammt ursprünglich der christlichen Fastenkultur. Hungertücher, auch Fastentücher, Kummertücher oder Schmachtlappen genannt (lat. velum quadragesimale), verhüllten früher während der Fastenzeit von Aschermittwoch bis zum Karmittwoch Haupt- und Seitenaltäre der Kirchen. Sie erinnerten die Gläubigen eindrücklich daran, in welcher Phase des Kirchenjahrs man sich befand, und vervollständigten den Fastenakt durch visuelle Abstinenz - Zeit des Fastens der Augen.

Der Brauch entstand in den Klöstern nördlich der Alpen. Erste Belege für Hungertücher finden sich um das Jahr 1000. Zunächst wurden Bilder Kreuze und Altäre mit einem schmucklosen erdbraunen, schwarzen oder violetten Stoff, Tuch, Velum verhüllt und den Gläubigen damit der Blick zum Allerheiligsten und den Altarbildern mit den Heilsszenen der Schrift (Auferstehung, Himmelfahrt, Aufnahme Mariens in den Himmel, Krönung Mariens) verstellt. Später wurden sie mit biblischen Szenen bestickt oder bemalt und im Chorbogen vor dem Hauptaltar aufgehängt. Oft war das Tuch zweigeteilt und konnte an den Sonntagen der Fastenzeit wie ein Vorhang aufgezogen werden. Wurde an Karfreitag die Passion verlesen, fiel das Tuch bei den Worten: „und der Vorhang des Tempels riss mitten entzwei".

Den Brauch neu belebt hat das Hilfswerk Misereor, als es in den 1970er Jahren zunächst ein historisches, dann von Künstlern aus den Entwicklungsländern und später auch vertrieb. In diesen Hungertüchern werden zumeist Themen der Entwicklungshilfe und
-politik, Armut, Gerechtigkeit, Schöpfung, Unterdrückung, Nord-Süd, Not und Elend, Befreiung, Hoffnung dargestellt. Aus der Redewendung „am Hungertuch nähen", die für ein karges Leben und spärliches Vegetieren stand, entwickelte sich der Spruch „am Hungertuch nagen". Die Klangverwandtschaft zwischen Dialektformen des Nähvorgangs („naejen") und „nagen" hat wohl ihr übriges zur metaphorischen Bildung beigetragen.

Führungen zu Hungertuch und Ausstellung:

Viele besuchten in den ersten Wochen der Fastenzeit die Kirche und die Ausstellung im Gemeindehaus St. Maria. Auf besonderen Wunsch bieten wir für Interessierte zwei außerordentliche Führungen durch die Ausstellung an. Diakon Dr. Engelbert Paulus erläutert das Hungertuch, gibt Deutungsvorschläge und bietet seine eigenen Interpretationen an. Er lässt die Besucher teilhaben an den Gedanken und Eindrücken, die ihm im Laufe dieser Fastenzeit zu dem Hungertuch der Künstlerin Eva Bur am Orde kamen. Ausgehend vom Titel und ausgehend von den Grundfarben und der Farbmischung des Tuches ergeben sich zwei einander ergänzende und beeinflussende Deutungen des Hungertuches „Zwischen Erde und Himmel". Herzlich gerne laden wir zu Führung und Austausch ein und treffen uns jeweils in der Kirche St. Peter und Paul:

am Sonntag, 29.03.2009, um 17.00 Uhr,
oder Samstag, 04.04.2009, 16.00 Uhr.

 

DÜRBHEIM AKTUELL

STADTRADELN 07.-27.06.2021 >>

Kommunales Wohnraumförderprogramm >>

Informationen zum Coronavirus >>

Schnelltestangebot in Spaichingen >>

Veranstaltungskalender 2021 >>

WETTER AKTUELL