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Aus dem Gemeinderat

Aus der Arbeit des Gemeinderates - Sitzung am 13.05.2019

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Forsteinrichtung 2019 - 2028

Am 13.05.2019 fand eine zusätzliche öffentliche Sitzung des Gemeinderates statt, die eigens wegen der „Forsteinrichtung 2019 - 2028" abgehalten wurde. Diese „Forsteinrichtung" ist ein Planwerk, das von der Forstverwaltung zur langfristigen Waldbewirtschaftung aufgestellt wird und einen Zeitraum von 10 Jahren umfasst. Aus diesem Grund waren neben den aktuellen Gemeinderäten auch alle Kandidaten für die Gemeinderatswahlen am 26. Mai von Bür-germeister Häse zu dieser Sitzung eingeladen worden. Denn im Falle ihrer Wahl werden die vorgelegten Zahlen und Informationen Grundlage ihrer Arbeit während der nächsten Wahlpe-riode sein. Interessant ist auch, dass solch eine systematische Waldbewirtschaftung bereits seit rund 150 Jahren betrieben wird. Daher liegen sei 1873 konkrete Zahlen über den Ge-meindewald vor.
Nicht ohne Stolz konnten die Herren Weber (Forsteinrichter) und Sprich (Landratsamt), sowie Revierleiter Geißler und sein potenzieller Nachfolger Gerlach über den aktuellen Stand und die Planung der kommenden 9 Jahre berichten. Natürlich gingen sie auf die Themen wie Sturmschäden, Borkenkäferplage, Klimawandel ein. So wird die Klimaerwärmung auch Ein-fluss auf die Anteile der Baumarten im Wald haben. Ist die Fichte (35%) derzeit noch vor der Buche (33%) und Tanne (15%) der dominante Baum, wird ihr Anteil zurückgehen, da sie mit steigenden Temperaturen weit mehr Probleme hat, als z.B. die Douglasie, die bisher mit 1% eher ein Schattendasein im Gemeindewald führt. Doch wies Herr Weber darauf hin, dass der Wald 1893 noch zu 70% aus Laubholz bestand.
Insgesamt beträgt die Betriebsfläche des Waldes 665 ha, davon 616 ha „Holzbodenfläche" - also für die Holzbewirtschaftung genutzte Fläche. Damit ist diese Fläche um ca. 22 ha kleiner, als vor 10 Jahren. Dies liegt insbesondere daran, dass jetzt Flächen der Wacholderheide, die in den bisherigen Karten als „Wald" geführt wurden, neu zugeordnet wurden.

Was aus finanzieller Sicht erfreulich ist, dass die jährliche Einschlagsmenge deutlich erhöht werden kann (5.200 statt bisher 4.400 fm). Der Grund ist, dass die Gemeinde über einen außergewöhnlich hohen Anteil „alter" Baumbestände verfügt. So sind derzeit nur 13% des Gesamtbestandes jünger als 40 Jahre, aber 49% älter als 100 Jahre. Im Kreisvergleich liegt der „Holzvorrat" (die einschlagbare Holzmenge je ha Waldfläche) in Dürbheim mit 433 deut-lich über dem Kreisdurchschnitt von 350 Vfm/ha.
Bei den 100 - 140-jährigen Beständen hat die Tanne einen sehr hohen Anteil. Dies ist von Vorteil, da dieses Holz insbesondere bei der derzeit hervorragend laufenden Baukonjunktur sehr gut absetzbar sei. Die Ernte dieser starken Bäume sei auch geboten, da bis auf ein ein-ziges Sägewerk in Baden-Württemberg, nur noch Stammdurchmesser bis 65 cm verarbeitet werden können. So liegt der Anteil des Bestandes mit mehr als 50 cm Ø bei ca. 36%.
Besonders positiv wurde hervorgehoben, dass auf 40% der Holzbodenfläche erfolgreich „Na-turverjüngung" praktiziert wird. D.h. durch gezielten Einschlag einzelner, älterer Bäume oder von Baumgruppen werden im Wald Lichtungen geschaffen, in denen sich auf natürliche Wei-se Jungpflanzen besser entwickeln können, da das Licht bis zum Waldboden vordringen kann. Wichtig ist dann, dass die Waldarbeiter die anfangs schneller wachsenden Laubbäume zurückschneiden oder ausholzen und die Jäger mit konsequenter Bejagung dafür sorgen, dass sich der Verbiss an den Spitzen der Nadelbäumchen in vertretbaren Grenzen hält. Hierzu dienen auch die jährlich stattfindenden „Vereinbarungsgespräche" zwischen dem Re-vierleiter und den örtlichen Jägern. Ein solches hat erst vor wenigen Wochen stattgefunden.

Wichtig wäre, dass die Holzverkaufspreise auf dem Niveau der letzten Jahre bleiben werden, damit der Mehreinschlag auch zu entsprechenden Mehreinnahmen im Gemeindehaushalt führen wird. Durch Naturereignisse (Sturmschäden, Käferbefall) aber auch Einbrüche insbe-sondere in der Baukonjunktur auftretende Preisschwankungen versucht die Holzverkaufs-stelle beim Landratsamt dadurch entgegenzuwirken, dass geplante Einschläge zeitlich „ge-schoben" werden. So gelang es in den vergangenen 10 Jahren im Gemeindewald insgesamt 566.546 € Reingewinn zugunsten des Gemeindehaushalts zu erwirtschafteten. Dies zeigt, dass der Wald auch aus finanzieller Sicht für die Gemeinde von nicht unerheblicher Bedeu-tung ist.

Nach dem Vortrag zeigte Revierleiter Geißler bei einem Rundgang die zum Teil noch nicht beseitigten Sturmschäden, Beispiele für die Naturverjüngung und Beispiele für die Rotfäule an Fichtenbeständen. Im Bereich einer gezielten Aufforstung wurde die Douglasie vorgestellt und gezeigt, wie intensiv diese in jungen Jahren gepflegt werden muss.

Vor dem erfreulichen Bild des aktuellen Waldzustandes und der positiven Perspektive fiel es dem Gemeinderat sehr leicht, der Forsteinrichtung 20019 - 2028 einstimmig zuzustimmen. Nach der Beschlussfassung bedankte sich Bürgermeister Häse bei den Herren der Forst-verwaltung für diesen informativen Vortrag und die geleistete, nicht immer einfache Arbeit. Denn was nützt die beste Planung, wenn Naturereignisse wie die Stürme „Lothar" oder „Wiebke" eine Spur der Verwüstung ziehen oder der Borkenkäfer unterstützt von Trockenheit sein Unwesen treibt? Seit Anfang der 90-er Jahre hat Revierleiter Geißler hier hervorragende Arbeit geleistet und wesentlichen Anteil am so guten Zustand des Dürbheimer Waldes. Daher bedauere er es, dass Herr Geißler im Sommer aus dem Forstdienst ausscheiden und in den Unruhestand wechseln wird. In den vergangenen Wochen wurde er von Herrn Matthias Gerlach aus Tuttlingen begleitet. Dabei habe dieser junge Fachmann einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Daher befürworteten die Gemeinderäte seinen Vorschlag, Herrn Landrat Bär darum zu bitten, die im August freiwerdende Stelle mit Herrn Gerlach zu beset-zen.

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Kindergarten - Anbau Gruppenraum

Anschließend beschloss der Gemeinderat einstimmig, die Vergabe der Arbeiten an der Bodenplatte an Fa. „Bauwerk Sprenger, Bubsheim" zum Bruttopreis von 20.387,78 € zu vergeben. Der 2. Bieter lag um ca. 13.300 € über diesem Angebot.

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Sanierung Fahrbahnbelag Schmiedeweg - Festlegung des Ausbaubereiches

Im Rahmen des Vollausbaus der Weberstraße war vorgesehen, auch einen Teil des Fahr-bahnbelages im Schmiedeweg zu sanieren. Dadurch würde eine „optische Anpassung" er-folgen. Leider weist die gesamte Straße keinen „richtigen" Aufbau auf. Daher wäre die An-passung nur „Kosmetik" an der Oberfläche. Die oberste Schicht würde abgefräst und auf den dann noch vorhandenen „Unterbau" würden 10 cm Tragschicht + 4 cm Feinbelag aufgebracht. Unklar ist, ob diese Lösung nur 3 - 4 oder evtl. auch 15 Jahre halten wird. Zu ent-scheiden war daher, ob trotz der voraussichtlichen Mehrkosten in der Weberstraße (ca. 114.000 €) diese Sanierung für 20-25.000 € tatsächlich gemacht werden soll, diese zur teil-weisen Abdeckung der Mehrkosten zunächst zurückgestellt wird, oder sogar auch noch die zweifelsfrei vorhandenen starken Schäden vor dem Gebäude Schmiedeweg 6 (für zusätzli-che 20 bis 25.000 €) noch gleich mit saniert werden sollen. Bei einer Enthaltung beschloss der Gemeinderat den Sanierungsbereich um den Fahrbahnbereich vor dem Gebäude Schmiedeweg 6 zu erweitern.

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Anfragen

GR Märtens weist auf die Schäden an den Randstreifen entlang der Gemeindeverbindungsstraße vom Risiberg zur L438 hin. Diesbezüglich wird Bürgermeister Häse kommende Woche ein Gespräch führen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Bauhof anschließend Ausbesserungen vornehmen.

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