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Aus dem Gemeinderat

Aus der Arbeit des Gemeinderates - Sitzung am 11.04.2011

Anwesend: Vorsitzender und 7 Gemeinderäte - entschuldigt abwesend: GR´in Müller-Licht, GR Gerhard Butsch, GR Alfons Zepf

Bürgerfrageviertelstunde
Von der Bürgerfrageviertelstunde wird kein Gebrauch gemacht.

1225 Jahre Dürbheim - Vorstellung verschiedener Informationen zur Gemeindegeschichte

Häuslenrain - Dürbheims merowingerzeitliche Wurzeln

Spannende 60 Minuten Gemeindegeschichte erlebten die Dürbheimer Gemeinderäte in der Sitzung. Dr. Niklot Krohn vertiefte das Wissen und die Kenntnisse derjenigen, die die Funde und Grabungen noch in jungen Jahren miterlebt haben und stimmte diejenigen, darunter den Vorsitzenden auf eine vielschichtige Geschichte der Gemeinde Dürbheim von den Wurzeln des Entstehens beginnend, ein, die die Grabungsgeschichte nur vom Hören-Sagen kennen.

Dr. Krohn ging auf die Merowingerzeit in Dürbheim ein, in den 70er Jahren wurde im heutigen bebauten Wohngebiet „Häuslensrain" ein Bestattungsplatz aus dem 7. und 8. nachchristlichen Jahrhundert gefunden. Die Befunde, welche diese frühmittelalterliche Nekropole als eine sogenannte Hofgrablege ausweisen, sowie die kostbaren Grabbeigaben, insbesondere im Grab des sogenannten Kriegers zählen zu den wichtigsten Funden aus dieser Zeit in Baden-Württemberg. Mittlerweile befinden sich alle relevanten Funde, Waffen, Kleidungsbestandteile sowie die Überreste der Menschen in Freiburg im Archäologischen Museum Colombi-Schlössle.
Imposant ist die festgestellte Größe des Kriegers im Vergleich zur durchschnittlichen Größe der damaligen Zeit von 1,70 m. Der Krieger von Dürbheim maß stolze 1,90 m und war sehr gut genährt und in einem gesundheitlich offensichtlich sehr guten Zustand. Leider wurde die Leiche Jahre nach der Bestattung vermutlich aus kultischen Gründen geschändet, ohne dass die Grabbeigabe entwendet wurden.

Vor Ort in Dürbheim erinnert leider nichts an diese sensationelle Entdeckung und deren große archäologische Bedeutung für unseren heutigen Lebensraum. Auch ist der Fundplatz und sein großer Wert für die Ortsgeschichte Dürbheims heute leider weitgehend vergessen. Dr. Krohn ermunterte die Gemeinderäte, sich dieser wertvollen Geschichte zu stellen und diese im Ortsbild wieder präsent zu machen. Da dies aufgrund der Bebauung direkt am Platz des Geschehens nicht mehr möglich ist, plädierte er für eine sogenannte Infostation in der Nähe des Grabungsplatzes.  Das hier mehr möglich ist als nur eine platte Schilderstation begeisterte die Gemeinderäte im Gesamten. So wäre es möglich, wenn das Thema Radwegeverbindung nach Rietheim-Weilheim spruchreif wird, am Einstieg im „Häuslensrain" eine verkleinerte Rekonstruktion eines Wohnhauses der Hofstelle zu errichten und dort Informationen in Wort und Bild einzustellen. Ebenfalls große Zustimmung fand die Idee, eine lebensgroße Rekonstruktion des Mannes als dreidimensionale Holzfigur mit Blick über das Faulenbach- und Primtal aufzustellen. Nachdem sich Dürbheim im Naturpark „Obere Donau" und im Leader-Aktionsgebiet „Südwest-Alb" befindet, könnten für dieses Projekt Fördermittel beantragt werden.

In einem weiteren Schritt könne ein sogenannter Alemannen-Pfad als Wander- und Radwegeverbindung entstehen, die die Höhepunkte der Funde vom Auberle-Haus in Trossingen sowie die Fundorte Wurmlingen, Seitingen-Oberflacht, Spaichingen Dreifaltigkeitsberg und Dürbheim umfasst.

Auch dies fand allgemeine Zustimmung, wäre jedoch wie erwähnt ein Kooperationsschritt mit den anderen Gemeinden mit Unterstützung durch Fördermittel.

Aus der Mitte der Gemeinderäte wurde angefragt, ob es auch möglich wäre, Replikate der Funde für eine Dauerausstellung nach Dürbheim zu bekommen. Dr. Krohn bejahte diese Frage grundsätzlich, verwies jedoch auf die sehr hohen Kosten für die Herstellung dieser Replikate. Grundsätzlich wäre diese visuelle Schaugestaltung der Funde jedoch optimal.

Die Kosten für eine derartige, wissenschaftlich begleitete und fundierte Maßnahme würden bei ca. 10.000 Euro liegen, angesichts der zu erwartenden Fördermittel müsste die Gemeinde ca. 50% aus Eigenmitteln finanzieren. Die Gemeinderäte stimmten einstimmig für die Planungen zur Umsetzung des Konzeptes für die Funde aus Merowingerzeit.

 

Bischof Johann I. von Dürbheim

Eine etwas unbefriedigende Auskunft gab es bezüglich des berühmten Sohnes der Gemeinde  Dürbheim, Bischof Johann I. Hier musste Dr. Krohn wohl oder übel dem Hauptkritiker der These, Johann stamme aus Dürbheim recht geben. Im Gegensatz zur archäologischen Wissenschaft sei die Personenwissenschaft mittlerweile umfassend in den Quellen unterwegs gewesen und habe greifbare Ergebnisse erzielt. Insbesondere ausgewiesene Fachleute in der Personenforschung, wie Professor Huth aus Bensheim haben sich mit diesen Themen auseinandergesetzt. Und Dr. Krohn verwies auf entsprechende Nachfrage auch darauf, dass schon im Mittelalter sogenannte Zeitzeugen es nicht immer mit der Wahrheit genau genommen haben. So stellt sich auch die Frage, weshalb der Chronist Fritsche Closener im Jahr 1362 beim Verfassen der Straßburger Chronik Johann mit dem Beinamen Dürbheim versehen wurde. Dies vor dem Hintergrund, dass es mit an ziemlicher Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nur ein Dürbheim gibt, und dieses Dürbheim zur damaligen Zeit kein Weltzentrum, das allseits bekannt ist, war.

Dr. Krohn empfahl dem Gremium, Professor Volkhard Huth zu einem Vortrag nach Dürbheim einzuladen. Dies wäre eine Möglichkeit im Rahmen 1225 Jahre Dürbheim etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Dr. Krohn empfahl, „auch wenn es manche schmerzen wird", nicht weiter Vorgänge fortzuschreiben, die mit Sicherheit widerlegt sind. Die Gemeinderäte zeigten sich offen für einen Vortrag in Dürbheim. Professor Huth wird wegen der Konditionen angefragt werden.

Erneuerung der Ortschronik aus dem Jahr 1986

Vorläufig zurückhaltend zeigten sich die Gemeinderäte bei der Fortschreibung und Erneuerung der Ortschronik, die zuletzt 1986 anlässlich der 1200 Jahr Feiern in Buchform aufgelegt wurde und nun vergriffen ist, unabhängig von der Aktualität der Ausgabe. Zunächst sollen die vorgenannten Punkte in Angriff genommen werden, danach kann sich auch eine Gruppe interessierter Bürger unter Teilnahme eine Archivar mit dem Thema befassen.

Kanalreinigungsprogramm 2011 - Teilbereiche Ortskanäle

Im Ortsgebiet werden jeweils 50% der Ortskanäle im zweijährigen Rhythmus gespült und gereinigt. Das Ingenieurbüro Breinlinger hatte die Leistungen ausgeschrieben. Es wurden 4 Angebote mit einer Preisspanne von 6.318,90 Euro der günstigsten Anbieterin bis 17.391,85 Euro bei der teuersten Anbieterin abgegeben. Günstigste Bieterin war die Firma RS Umwelttechnik aus Balingen, die bereits im Jahr 2009 den Ortskanal im Bereich I gespült und gereinigt hat. Wiederum werden neben dem Spülen und Reinigen 10 Haltungen mit der Kamera befahren und dokumentiert. Die Fa. RS Umwelttechnik hatte überdies angeboten, bei Auftragserteilung einen Pauschalpreis von 6.000 Euro brutto anzubieten. Die bereits durchgeführte Reinigung der Kanäle hat die Firma RS Umwelttechnik zur vollsten Zufriedenheit seitens der Gemeinde ausgeführt. Aus diesem Grund wurden die Arbeiten ohne weitere Beratung an die RS Umwelttechnik als günstigste Bieterin einstimmig vergeben.

Abbruch des Gebäudes Hauptstraße 28 - Bestätigung des Umlaufverfahrens wegen Eilbedürftigkeit

Die großen Umleitungen wegen der Sanierungen der Brücken Balgheim und Rietheim im Nacken muss das Haus Hauptstraße 28 schnellstmöglich abgerissen werden. Umfangreiche Vorarbeiten wie das Räumen des Hauses, die Kappung der Vor- und Entsorgungsleitungen etc. müssen vorbereitet werden. Aus diesem Grund hat der Gemeinderat einstimmig im Umlaufverfahren die Arbeiten an die günstigste Bieterin, die Firma Moser aus Obernheim vergeben. Mit 14.504 Euro Nettovergabesumme weicht der Betrag nur 504 Euro von der Planungssumme von 14.000 Euro netto ab. Somit kann im ersten Gewerk die Planung eingehalten werden. Der Vorsitzende bedankte sich bei den Räten für die Zustimmung der Vorgehensweise bei der Vergabe. 

Ertüchtigung Friedhof - Ersatz der Holzlagerbox Erdaushub durch eine Lagerbox aus Beton

Nach und nach soll der Friedhof ein ordentliches Gesicht erhalten, dies beidseits der Friedhofsmauer. Um den Erdaushub bei Erstellung eines Grabes lagern zu können wurde ein Holzprovisorium erstellt, das dem Druck der Erdmassen jedoch nicht standhält. Aus diesem Grund wird die Lagerbox nun in Beton ausgeführt.
Beide ortsansässigen Baufirmen wurden um die Abgabe eines Angebotes gebeten. Beide Firmen haben ein Angebot auch abgegeben. Die Firma Zepf hat das Bauwerk zu einem Bruttopreis von 5.200 Euro angeboten, die Firma Mattes für 4.733,64 Euro. Der Gemeinderat stimmte bei Nichtteilnahme an der Beratung und Abstimmung durch Gemeinderat Anton Zepf wegen Befangenheit (Inhaber der Bieterin Baugeschäft Zepf) einstimmig dafür, den Auftrag an die günstigste Bieterin die Firma Mattes aus Dürbheim zum Angebotspreis zu vergeben.

Beteiligung der Gemeinde Dürbheim an der Badenova AG zum 01.07.2011

Nach dem Verkauf von 8.522 Aktien der EnBW wird sich die Gemeinde mit dem Erlös an einem weiteren, jedoch regional und kommunal aufgestellten Energieversorger, der Badenova AG mit Kommanditanteilen in Höhe von 100.000 Euro und stillen Beteiligungen in Höhe von 200.000 Euro beteiligen. Hierbei sind ebenfalls gute Renditen zu erwarten. Ziel des Gemeinderates ist, dass Barvermögen der Gemeinde weiterhin so anzulegen, dass aus den Dividenden gewirtschaftet werden kann. Der Gemeinderat stimmte der Vorgehensweise, die der Aufstellung eines Nachtragshaushaltplanes bedarf einstimmig zu. Die Beteiligung an der Badenova AG erfolgt zum 01.07.2011. Der Nachtragshaushalt wird in der Maisitzung eingebracht und verabschiedet, so dass nach Prüfung durch die Kommunalaufsicht und der Veröffentlichung im Mitteilungsblatt zum 01.07.2011 eine rechtskräftige Haushaltssatzung für den Nachtrag vorliegt.

Informationen über die in nichtöffentlicher Sitzung gefassten Beschlüsse nach § 35 Abs. 1 Gemeindeordnung

Der Gemeinderat hat in nichtöffentlicher Sitzung Herrn Bernd Flaig als neuen Mitarbeiter für den gemeindlichen Bauhof gewählt. Herr Flaig wird am 02. Mai 2011 seine Arbeit bei der Gemeinde aufnehmen.

 

Bausachen

Es lagen in der Sitzung am 11.04.2011 keine Bausachen auf.

 

Bekanntgaben

Der Vorsitzende informierte das Gremium darüber, dass die Anhörung der Träger öffentlicher Belange für das Baugebiet Pfaffensteig II gem. § 4 Abs. 1 BauGB begonnen hat.

Keine Stellungnahme wird die Gemeinde zur Anhörung als Träger öffentlicher Belange für die 5. Fortschreibung des Flächennutzungsplanes für den GVV Donau-Heuberg abgeben.

 

Anfragen

Gemeinderat Anton Zepf hinterfragte den Stand bei der Entwicklung des Baugebietes Pfaffensteig II, insbesondere beim Aufkauf der Flächen. Der Vorsitzende teilte mit, dass erfreulicherweise im Anhörungsverfahren, dass durch die Verwaltung durchgeführt wurde, alle betroffenen Grundstückseigentümer dem Verkauf zugestimmt haben. In den nächsten Tagen werden den Eigentümern die Vertragsentwürfe für den Aufkauf der Grundstücke zugesandt. Überdies soll eine gemeinsame Information im Rathaus nochmals über den Fortgang berichtet werden sowie mit den Einwerfern, die Baugrundstücke erwerben wollen, die Vergabe der ausgewählten Plätze durchführen. Danach werden die anderen Interessenten über die verbleibenden Grundstücke informiert und die Vergabe der Plätze erfolgen.

Gemeinderat Anton Keller hinterfragte die Abholzung des Baumriegels an der L 438 auf Höhe des Energieparks. Der Vorsitzende verwies darauf, dass der Gehölzriegel zur Landesstraße gehört und ursprünglich zur Vermeidung von Schneeverwehungen gepflanzt wurde. Nachdem diese Aufgabe nicht mehr zu erfüllen ist, konnte der Riegel entfernt werden. Im hinteren Bereich der Fläche in Richtung Zaun sollen Heckengruppe für den Neuntöter und andere Vogelarten gepflanzt werden, dies ist dann auch Bestandteil des Umweltberichtes.

Gemeinderat Günter Brugger hakte hier für die Ausholzungsmaßnahmen im hinteren Waldbereich nach. Auch diese Maßnahmen sind mit der Umweltbehörde vereinbart für das Vogelschutzgebiet und dem Schutz der Hecken benötigenden Vögel gemäß Umweltbericht Bebauungsplan Hohrain umgesetzt worden.

Zwei Gemeinderäte haben jährlich Zugang zu den Wirtschaftsdaten der Energiepark Dürbheim GmbH. Gemeinderat Köhler fragte nach, ob der Jahresbericht 2010 fertig gestellt sei. Die Verwaltung wird die EPD GmbH anschreiben und die Gemeinderäte Jürgen Köhler und Gerhard Butsch zur Einsichtnahme der Unterlagen benennen.

 

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